Rückblick: Saisonfinale der CTT auf dem Nürburgring 2012

Der wohl glücklichste Pilot des in Wiesbaden beheimateten Motor Sports Club war an diesem Wochenende Julien Schlenther. Der junge Essener holte sich mit zwei Klassensiegen am Nürburgring die notwendigen Punkte zum Gewinn des Juniorentitels. Julien Schlenther krönte mit dem Juniorentitel und dem vierten Platz im vorläufigen Gesamtklassement eine starke Rennsaison. Nach dem Lehrjahr im Fiesta war der 18jährige mit dem neuen Renault Clio nur schwer zu bezwingen. Das Finale auf dem Nürburgring schloss der Clio-Pilot mit zwei Klassensiegen in der Klasse 15 standesgemäß ab. Somit ließ er erst gar keinen Zweifel aufkommen, wer die Juniorenwertung nach Hause fahren wird. Im ersten Rennen landete der Clio gar auf Gesamtrang neun und fast eine Minute vor der Klassenkonkurrenz. Das zweite Rennen bot im Grunde das gleiche Bild. Erneut sicherte sich Schlenther den Klassensieg mit über 30 Sekunden Vorsprung und belegte Gesamtposition 13.

Für Titelverteidiger René Freisberg endete die Saison eigentlich aus sportlicher Sicht hervorragend. Zweimal fuhr der Nirobo-Audi RS3 auf die Pole und das vor den deutlich stärkeren Cup 911er. Fast eine Sekunde hatte der Audi-Pilot der Porsche-Konkurrenz einschenken können. In den beiden Rennen erwies sich der Porsche von Krumbach/Nägler zwar zweimal als der Schnellere, doch mit den beiden zweiten Plätzen und dem Klassensieg hätte René Freisberg durchaus leben können. Zumal die Porsche mit gut über 120 PS mehr Leistung erst hinter dem Audi das schwarz-weiß karierte Tuch sahen. „Sportlich gesehen war das Wochenende gut. Zweimal Pole und zweimal Platz zwei ist sehr gut. Gegen die Porsche hast du am Start allerdings keine Chance“, erklärte Freisberg. Schon vor den beiden Rennen war aber klar, dass diese ohne Wert sein könnte. Der Vorwurf an den Audi-Piloten lautete, dass er ohne korrekte Abnahme am Training teilgenommen habe. Ein eingereichter Protest erlaubte aber zumindest die Teilnahme an den Rennen unter Vorbehalt. Dennoch steht zunächst einmal der Wertungsausschluss zu Buche. Für den Kelkheimer endete eine eigentlich bärenstarke Saison eher unerfreulich. „Zumindest bleibt der Klassensieg im Hause. Denn der Seat wird von mir und meinem Vater ja vorbereitet“, so Freisberg. Dennoch wollte bei Walter Trachsel keine gute Stimmung aufkommen. Als bester Seat, zumal im aller ersten Jahr auf der Rundstrecke, durfte er dennoch mit den Rennen zufrieden sein. Zwei hervorragende fünfte Plätze im Gesamtklassement auf dem Nürburgring konnten sich zum Abschluss natürlich sehen lassen. „Ich bin mit meiner ersten Saison sehr zufrieden und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte nicht gedacht, dass mir die Umstellung vom Bergrennsport so schnell gelingen würde. Auch das Erlebnis mit unserer Gruppe hat mir sehr viel Freude bereitet“, ließ Walter Trachsel wissen.

Damit hatte der Seat-Pilot auch Günter Göbel im Porsche 996 hinter sich lassen können, der im zweiten Heat Gesamtsechster wurde. Der Mainzer Porsche-Pilot fuhr ein starkes erstes Rennen und lag lange an der dritten Gesamtposition. Am Ende stand ein vierter Platz auf dem Ergebnistableau, womit Günter Göbel zudem bester HMSCler war. Ein gutes Wochenende hatte Christian Ladurner (Seat Leon Supercopa), der beide Zeittrainings auslassen musste und deshalb von hinten gestartet war. Der Team Greenlion Pilot pflügte jedoch kontinuierlich durch das Feld und belegte am Ende Gesamtplatz sechs und sieben. „Ich wollte ja zunächst gar nicht fahren und bin dann kurzfristig zu den Rennen gekommen. Deshalb musste ich von hinten starten. Aber das Auto hat gut funktioniert und ich habe mich vorgekämpft auf den siebten Platz. Ich denke das ist gut sich durch 30 Autos durchzukämpfen. Im zweiten Rennen habe ich den Start besser erwischt und konnte mich durch die langsameren Autos vorbeikämpfen“, war der Seat Pilot mit seinen beiden Rennen am Ende zufrieden.

Beim Kampf durch das Feld musste mit Sven Schneider (Audi TT) ein weiterer HMSC Clubkamerad überflügelt werden. Schneider leistete zunächst ordentlich Gegenwehr, musste aber den grünen Seat am Ende doch vorbei lassen. Mit Gesamtplatz sechs im ersten Rennen und Platz 10 in Rennen zwei schaffte der Mainzer jeweils den Sprung in die Top Ten. Keinen Klassengegner an diesem Wochenende hatte leider Matthias Dreher im Toyota Yaris. Der Gaggenauer hatte sich noch zwei Wochen vorher einen sehenswerten Zweikampf mit einem weiteren Yaris geliefert. Dreher war trotz dieser Umstände mit dem Verlauf der Saison zufrieden. „Ich habe im Laufe der Saison viel gelernt. Beim Start in Hockenheim hatten wir nasse und trockene Bedingungen. Das war natürlich zum Einstieg genial. Probleme mit dem Auto gab es nur beim zweiten Rennen am Nürburgring. Sonst lief das Auto perfekt über die ganze Saison“, zog Matthias Dreher ein positives Fazit.

Dies gilt im Grunde für die ganze Truppe des HMSC. Mit zwei Gesamtsiegen durch René Freisberg und 13 weiteren Gesamtpodestplätzen, sowie zahlreichen Klassensiegen waren die Sportler des Hesse Motor Sports Club überaus erfolgreich durch die Saison 2012 gekommen. Mit Julien Schlenther stellt der HMSC zudem den Sieger der Juniorenwertung in der Cup&Tourenwagen Trophy.

Text: Patrick Holzer (auto-rennsport.de)